Austria Sportdirektor: „Wir müssen in die Gänge kommen“

02.02.2026

2. Liga

Die Austria ist sportlich gut unterwegs. In Sachen Professionalisierung dränge aber die Zeit, mahnt Roland Kirchler.

Viertes Testspiel, dritter Sieg, Austria Salzburg hat am Samstag den Regionalligisten Gurten mit 1:0 geschlagen und ist mit der ersten Wintervorbereitung nach der Rückkehr in die 2. Liga bislang zufrieden. "Wir sind sportlich gut unterwegs", sagt Austria Sportdirektor Roland Kirchler. Ein Mangel an Baustellen herrscht beim Liganeuling aber nicht, vor allem abseits des Spielfelds. Kirchler sieht in einigen Bereichen Handlungsbedarf und ruft in Sachen Professionalisierung des Stadtclubs zur Eile. "Wir müssen in die Gänge kommen", sagt der ehemalige Nationalspieler und Bundesliga Manager.

Zum einen geht es ums Geld. Die Austria ist auf einem guten Weg, das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen. Kirchler lenkt den Blick bereits über das Saisonende hinaus. "Wir wollen ein richtig stabiler Zweitligaverein sein, der sich zum Ziel setzen könnte, in drei bis fünf Jahren auch die Bundesliga anzugreifen. Dafür brauchen wir schon für die neue Saison ein höheres Budget. Ich wurde geholt, um zu professionalisieren. Im Sommer ist es mit wenig Geld noch geglückt, einen guten Kader zusammenzustellen. Aber sich in der 2. Liga zu stabilisieren, kostet mehr", sagt er.

An das Budget ist die Umstellung auf Profibetrieb gekoppelt. Kirchler sagt: "Wenn wir das im Sommer machen wollen, dann müssen wir schnell klären, welche Mittel zur Verfügung stehen und welche Spieler und Trainer als Profis mitmachen wollen." Ein Problem: Im Sommer laufen viele Verträge bei der Austria aus. Im Kader stehen kaum Kicker, bei denen über das Saisonende hinaus Planungssicherheit besteht. Das Gleiche gilt etwa für Cheftrainer Christian Schaider und auch für Kirchler selbst. "Wir sitzen da alle im selben Boot", sagt der Sportdirektor. Er will bald über Vertragsverlängerungen mit den Aktiven verhandeln. "Im vergangenen Sommer ist vieles zu spät passiert. Diesen Fehler dürfen wir nicht wiederholen. Wir müssen Nägel mit Köpfen machen, denn wir haben einen Stamm gefunden, wollen den halten und punktuell verstärken."

Aufholbedarf bestehe auch in Sachen Infrastruktur. Die Trainingsbedingungen seien noch "sehr amateurhaft", sagt Kirchler. Der Tiroler, der sich bei den Salzburgern sehr wohlfühlt, versichert, er wolle den Vereinsverantwortlichen dabei keinen Vorwurf machen. "Es ist für den Verein vieles neu. Es muss sich erst entwickeln. Dafür braucht es jetzt aber ein Bekenntnis zu einem auf mehrere Jahre angelegten Projekt, um gemeinsam an der Professionalisierung zu arbeiten."

Quelle: Salzburger Nachrichten