Die Jagd auf den Stier startet
Salzburger Stier
Für manchen Favoriten ist der Titelgewinn beim Hallenklassiker längst überfällig. Kann ein bislang unauffälliger Landesligist ohne Goalie überraschen?
Am Freitag startet das Winter Highlight im Salzburger Unterhaus. Fünf Tage lang lockt der UFC Leopoldskron Moos wieder in die Sporthalle Alpenstraße, um beim Hallenklassiker Salzburger Stier die besten Bandenzauberer des Landes zu küren. In die 43. Auflage des Herrenturniers starten die üblichen Verdächtigen als Titelkandidaten. Doch zuletzt gewannen mit Golling (2024) und Siezenheim (2025) Salzburg Ligisten, die kaum jemand auf der Rechnung hatte. Wer sind die Favoriten? Wer kann überraschen?
Topteam der Westliga nimmt neuen Anlauf beim Salzburger Stier
Der Topfavorit ist auch in diesem Jahr Seekirchen. Die Flachgauer sind als Tabellenzweiter der Westliga aktuell der stärkste Salzburger Unterhausclub. Während bei der Futsal Landesmeisterschaft vor wenigen Wochen die Titelverteidigung gelang, warten Lukas Kauba und Co. beim Stier noch auf den großen Coup. "Als Westligist ist man automatisch Favorit. Bei 4 gegen 4 kann es aber auch anders ausgehen", sagt Trainer Mario Lapkalo, der in der Halle Mario Rottensteiner das Coaching überlässt. Mit Andreas Pär, Fabian Büchele und Christoph Chudoba fehlen Stützen. "Wir stellen aber ein Team, das das Turnier gewinnen kann."
Westligisten führen die Favoritenriege an
Auch mit den beiden weiteren teilnehmenden Westligisten Grünau und St. Johann ist zu rechnen. "Wir können für Hallenzauber sorgen", sagt Grünau-Sportchef Helmut Rottensteiner. Nemanja Zikic, Alexander Lapkalo und David Ebner fehlen. Die Walser sind mit Kickern wie Thomas Pertl, Valdrin Kadrija, Nikola Trkulja, Neuzugang Lucas Wildmann und dem aus Grödig zurückgekehrten Stier Rekordtorschützen Petrit Nika aber sehr gut aufgestellt. Ein Mitfavorit sind auch die Pongauer, die noch bis 6. Jänner vom scheidenden Coach Johannes Schützinger betreut werden. "Wir wollen es in die Finalrunde schaffen und dann ist alles möglich", sagt er.
Herbstmeister der Salzburger Liga ist in der Halle stark
Aus der Salzburger Liga ist Herbstmeister Hallein, Hasan Acar kehrt aus Hallwang zurück, die heißeste Aktie. "Wir können wieder eine gute Rolle spielen", sagt Trainer Christoph Lessacher. Dass Siezenheim seinen Titel verteidigt, ist unwahrscheinlicher als ein Halleiner Erfolg. Sieben Kadermitglieder des Finalerfolgs 2025 fehlen. "Wir wollen trotzdem am Finaltag dabei sein", sagt Trainer Felix Auinger. Klar in der Außenseiterrolle sieht sich Grödig, das auf ein junges Team um die auf Heimaturlaub befindlichen US College Kicker Markus Wienerroither und Julian Kanzler setzt. Zudem wird Bischofshofen Goalie Florian Neureiter, der vom Westligisten verpflichtet werden soll, das Tor hüten. Trainer Arsim Deliu sagt: "Mit dem Turniersieg ist nicht zu rechnen."
Mit Feldspieler im Tor zum Erfolg?
Vorjahresfinalist Bürmoos wird nach dem Abgang von Julian Feiser und ohne Tormann Matthew O'Connor seine Erfolge wohl nicht wiederholen können. Traditionell eine starke Hallenmannschaft und beim Stier nie abzuschreiben ist Henndorf. Den Finaltag visieren auch andere Salzburg Ligisten an, etwa der SAK, der Mario Lürzer und einige junge Kicker aufbietet. "Wenn wir uns in einen Rausch spielen, ist viel möglich", sagt Trainer Florian Königseder. Der Devise "Alles ist möglich" folgt auch Thalgaus Coach Alexander Pilaj, der ohne den seit 31. Dezember verheirateten Franz Mrkonjic und ohne gelernten Tormann auskommen muss. Topkicker Bernhard Löw wird als spielender Goalie in jene Rolle schlüpfen, in der er beim Stier 2020 Hallwang ins Finale führte.
St. Koloman ist Überraschungskandidat Nummer eins
Mit einem Feldspieler im Tor, nämlich Harun Asil, wird auch der Überraschungskandidat dieser Auflage loslegen. St. Koloman (2. Landesliga Nord) zeigte mit dem Turniersieg beim Baller Cup in Straßwalchen im November das Potenzial im Team um Hallenkicker wie Stefan Federer und den nach dem Stier nach Anthering wechselnden Ilyas Ikache (dafür kommt Laurenz Angerer aus Thalgau retour). Da in der Vorrunde mit Seekirchen, Anif und Faistenau starke Gegner warten, könnte die Reise schnell vorbei sein. Trainer Andreas Wirth: "Wir haben gute Fußballer, müssen aber in der Vorrunde bestehen. Dafür riskieren wir im Tor und setzen alles auf eine Karte."
Quelle: Salzburger Nachrichten
