Ex-Bulle schockt Eugendorf mit Wechsel zu Grödig - "Gibt keine Handschlagqualität mehr"

03.02.2025

Salzburger Liga

Ein überraschender Transfer wenige Tage vor dem Ende der Wechselperiode lässt in Eugendorf die Wogen hochgehen. Funktionär holt zum Rundumschlag aus, Konter aus Grödig.

Eugendorf hat am Freitagabend das Testspiel gegen Adnet 3:1 gewonnen, mit Julian Aumayr in der Startelf. Einen Tag später wurden die in der Salzburger Liga siebtplatzierten Flachgauer über den Abgang des 18-jährigen Eigenbauspielers informiert. Der Offensivspieler, der im Sommer nach drei Jahren in der Akademie von Red Bull Salzburg in die Heimat zurückgekehrt ist, schließt sich Grödig an.

Eugendorf von Wechsel zum Gegner in der Salzburger Liga überrascht

"Eine große Überraschung. Wir haben Julian im Herbst die Möglichkeit gegeben wieder regelmäßig zu spielen. Wir hätten ihn im Frühjahr noch mehr forciert. Dass er jetzt fünf Tage vor Ende der Transferzeit zu einem Ligakonkurrenten wechselt, ist sehr bitter. Das tut man einfach nicht, vor allem nicht beim Heimatverein", sagt Eugendorfs Sportchef Christof Kopleder. Dessen Ärger ist auch am Sonntag noch nicht verraucht. Bei der Rückkehr des Offensivspielers im Sommer sei ein zumindest einjähriger Verbleib ausgemacht worden. "Mit dem Zusatz, dass wir ihm im Winter keine Steine in den Weg legen, wenn etwas Interessantes von oben kommt. Dazu zähle ich Grödig nicht."

Rücktritt im Sommer? "Es gibt keine Handschlagqualität mehr"

Kopleder vermisst nicht zum ersten Mal Loyalität im Unterhausfußball. "Vom Verein wird immer viel gefordert. Aber auf die Idee, selber etwas zu geben, kommen immer weniger. Es gibt keine Handschlagqualität mehr. Jeder tut, was er will. Was gerade viele Spieler machen, ist ein No-Go", sagt der Ex-Stürmer, der laut über das Ende seiner Funktionärstätigkeit im Sommer nachdenkt. "Aktuell habe ich keine Lust mehr. Man investiert viel für nichts. Spieler fordern wie die Könige. Aber wenn es eng wird, schicken sie Berater, Eltern oder Großeltern zu Gesprächen."

Nächster Wechsel von Eugendorf nach Grödig

Der Eugendorfer versucht nun in den verbleibenden Tagen noch eine Verstärkung zu holen, um den Abgang des zweifachen Saisontorschützen zu kompensieren. "Wir müssen etwas tun", sagt der Sportliche Leiter. Ihn ärgert auch das Vorgehen der Grödiger, wo Trainer Arsim Deliu nach Maximilian Gsenger, Thomas Niedermüller und Simon Ernemann nun in kurzer Zeit den vierten Kicker von seinem Ex-Club Eugendorf geholt habe. "Immer beim Ex-Verein Spieler anbohren, auch das tut man nicht", sagt Kopleder.

Grödig-Coach kontert: "Wer im Glashaus sitzt, ..."

Deliu kann die Kritik nicht nachvollziehen. Er habe Simon Pribik, den er im Frühjahr einbauen wollte, nach Hallein ziehen lassen müssen. Und er wollte auf dieser Position am offensiven Flügel noch einen jungen Spieler haben. Wie Pribik sei auch bei Aumayr vereinbart gewesen, dass er in jeder Transferzeit wechseln könne. "Wir waren schon im Sommer in Kontakt. Dieser ist nie abgerissen. Julian hat sich nun gemeldet, dass er sich verändern will. Ich erwarte mir sehr viel von ihm. Er hat Tempo sowie Technik und ist im Eins gegen Eins richtig gut. Er soll bei uns jetzt wieder mit dem Ball Sicherheit gewinnen und sich schnell integrieren", sagt Deliu, der Kopleders Rundumschlag kontert. "Ich verstehe den Frust. Aber wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Unsere Spieler werden auch kontaktiert, etwa Manuel Krainz von Eugendorf."

Quelle: Salzburger Nachrichten