"Salzburg braucht zweiten Profiverein neben Red Bull Salzburg": Toni Feldinger will Salzburger Fußball voranbringen

Salzburger Fußballverband
SFV Vizepräsident Toni Feldinger will den Salzburger Fußball in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Vor allem der Nachwuchs liegt ihm am Herzen.
Nach vielen Jahren als erfolgreicher Amateurkicker und Funktionär ist Toni Feldinger seit Ende des vergangenen Jahres in einer neuen Rolle. Als Vizepräsident des Salzburger Fußballverbandes ist er nun nicht mehr für einen Verein, sondern für alle Clubs zuständig. Im SN Interview spricht Feldinger über die geplante Regionalliga Reform, seine Zukunft in Seekirchen und seine ersten Erfolge.
S/N: Die geplante Regionalliga mit Oberösterreich stößt bei den Salzburger Drittligisten auf Ablehnung. Verstehen Sie die Bedenken der Clubs?
Toni Feldinger: Ja. Dass sich die Verantwortlichen, die sich um die Budgets und den Spielbetrieb kümmern müssen, Sorgen machen, ob Salzburg mit den finanzstarken Vereinen aus Oberösterreich mithalten kann, verstehe ich. Zudem ist es für Vereine aus dem Süden des Bundeslandes nicht so interessant wie für jene aus dem Norden. Aus sportlicher Sicht kann ich es aber nicht nachvollziehen: Unsere Spieler wollen sich doch mit den besten Konkurrenten messen und dadurch weiterentwickeln. So viel Ehrgeiz sollten wir schon haben.
S/N: In der hitzigen Regionalliga Diskussion wurden auch Sie von manchen Funktionären kritisiert. Haben Sie Ihr Engagement schon bereut?
Toni Feldinger: Nein. Ich versuche diese Themen immer sachlich zu betrachten und habe mit vielen Vereinen gesprochen. Mir ist es immer wichtig, dass man miteinander und nicht übereinander spricht.
S/N: Mit welchem Modell rechnen Sie ab der Saison 2026/27?
Toni Feldinger: Schwer zu sagen. Die Arbeitsgruppe hat sich klar für die Vierteilung ausgesprochen. Salzburg würde in diesem Modell mit Oberösterreich spielen. Das letzte Wort hat aber das ÖFB Präsidium, man darf gespannt sein, wie Ende März entschieden wird.
S/N: Sie sind im Salzburger Verband für die sportlichen Agenden zuständig. Stehen unter der Regionalliga auch Reformen an?
Toni Feldinger: Wir haben uns in den vergangenen Monaten den Jugendbereich und die Trainerausbildung angesehen. Ich bin froh, dass wir erstmals einen Trainerkurs für die D Lizenz, der in Salzburg durchgeführt wird, anbieten können. Zudem beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit Vereinsvertretern aus allen Gauen mit der Zukunft im Nachwuchsbereich. Auch der Übergang von der Jugend in die Kampfmannschaft wird beleuchtet. Das ist aktuell wohl die größte Baustelle im Amateurfußball.
S/N: Wo soll der Salzburger Fußball in fünf Jahren stehen?
Toni Feldinger: Wichtig wäre, dass wir neben Red Bull Salzburg und dessen Partnerverein FC Liefering einen zweiten Club aus dem Bundesland im Profibereich stellen würden. Da hoffe ich, dass Austria Salzburg dieses Mal die Lizenz bekommen wird. Im Unterbau sollen in der dritten Liga, wie auch immer die aussehen wird, viele Salzburger Clubs eine gute Rolle spielen und mit vielen Talenten gespickt sein.
S/N: In rund zwei Jahren sollen Sie Wolfgang Zingerle als SFV Präsident ablösen. Ist diese Funktion dann noch vereinbar mit der Tätigkeit in Seekirchen?
Toni Feldinger: Meine Amtszeit in Seekirchen geht noch rund zwei Jahre, dann werde ich an einen Nachfolger übergeben. Ich werde dem Verein aber weiterhin treu bleiben und ihn unterstützen.
Bericht: Salzburger Nachrichten